Lösungen - Emotionsregulation

Manchmal kommt es vor, dass, wenn sich eine Seite (primĂ€r) verletzt, zurĂŒckgewiesen oder herabgesetzt fĂŒhlt, sie dieses GefĂŒhl jedoch als (sekundĂ€re) Wut auf den Partner Ă€ußert, der ihr das (tatsĂ€chlich oder vermeindlich) angetan hat. Wenn sich daraufhin die beschuldigte Person angegriffen fĂŒhlt und Angst bekommt, sich jedoch verteidigt und schließlich auch sekundĂ€re Wut Ă€ußert, ist eine Teufelskreis-Variation in die erste Runde gegangen.

In der Paartherapie ist es ein wichtiges Ziel, die Partner dabei zu unterstĂŒtzen, die Art, wie sie emotional aufeinander reagieren, zu verĂ€ndern, worauf sich dann auch ihre Interaktionen verĂ€ndern. Der verletzte Partner muss sich seiner Verletzung bewusst werden und seinen Schmerz auf angemessene Weise zum Ausdruck bringen, ohne wĂŒtend zu sein. Der beschuldigte Partner, gegen den sich die Wut gegebenenfalls richtet, muss fĂ€hig sein, auf den Angriff nicht mit Wut zu reagieren. Vielmehr muss er die zugrunde liegenden GefĂŒhle des anderen wahrnehmen und die eigene Angst auf angemessene Weise zum Ausdruck bringen können. Das heißt, dass beide Partner dann in der Lage sind, ihre VerletzungsgefĂŒhle zu tolerieren und zu regulieren, um sie auf nicht fordernde Art zu Ă€ußern. Dann wird es ihnen auch gelingen, auf den anderen beruhigend einzuwirken.

Weitere Themen