Gefühle zeigen und annehmen

GefĂĽhle spielen somit in der partnerschaftlichen Kommunikation eine zentrale Rolle. In engen Beziehungen sind sie die primären Kommunikationssignale. Die Emotionen unseres Partners teilen uns mit, wie es dem anderen geht und was er vorhat. Es ist daher unverzichtbar, nicht nur die eigenen, sondern auch die emotionalen Signale des anderen wahrzunehmen und zu erfahren.  Zudem signalisieren sie uns, wie gut es uns gelingt, seinen BedĂĽrfnissen und Erwartungen entgegen zu kommen.

 

Unser Ansatz der emotionszentrierten Paartherapie will also nicht nur allein die Kommunikationsfertigkeiten eines Paares trainieren oder das Selbstwertgefühl der Partner stärken. Wir möchten vielmehr die Fähigkeit unserer Klienten mobilisieren, die eigenen Affekte und die Affekte des Partners besser zu regulieren.

Paarbeziehungen geraten unter anderem dann in Schwierigkeiten, wenn ungesunde, emotionale Interaktionsmuster so stark werden, dass Gefühle und Interaktionen ungeregelt eskalieren (Teufelskreise). Die emotionale Reaktivität lässt sich daran ablesen, wie häufig dysregulierte Affektzustände vorkommen. Solche Zustände treten auf, wenn Menschen das Gefühl haben, ihre Sicherheit oder ihre Identität sei bedroht, und sie sich daraufhin protektiv und/oder defensiv verhalten.

Wer dagegen die Fähigkeit besitzt, sich selbst zu beruhigen und seine emotionalen Reaktionen zu regulieren, wer auf das Bedürfnis des Partners nach Verbundenheit und Bestätigung eingehen kann, wer sich am Partner erfreut und ihm Interesse und Wärme entgegenbringt, löst damit eine Interaktion aus, die dazu angetan ist, das positive affektive Gleichgewicht der Beziehung wiederherzustellen.

Weitere Themen