Sekundäre Gefühle

Sekundäre Emotionen sind Reaktionen auf oder Abwehrmechanismen gegen unangenehme primäre Gefühle. Sie verdecken oft die tieferen Empfindungen und sind deshalb meist problematisch. Ein Mensch äußert beispielsweise heftige Wut, ist in seinem Inneren jedoch eigentlich traurig. Die Wut verdeckt also seine Trauer, welche der Betroffene so nicht deutlich oder gar nicht mehr wahrnehmen kann.

Je weniger bewusst die primären Gefühle wahrgenommen werden, umso wahrscheinlicher werden nur die sekundären Emotionen zum Ausdruck gebracht. Daher ist es in jeder therapeutischen Arbeit, egal ob in der Einzel- oder der Paartherapie wichtig, die tieferen, primären Gefühle herauszuarbeiten. In unserer therapeutischen Arbeit helfen wir unseren Paaren, bei ihren Emotionen anzukommen, indem wir sie dabei unterstützen, zu erkennen, was sie im jeweiligen Moment in ihrem Körper verspüren.

Ziel unserer paartherapeutischen Arbeit ist es, die Klienten dabei zu unterstützen, ein deutlicheres Bewusstsein für ihre Gefühle zu entwickeln. Damit erlangen sie mehr Einfühlungsvermögen für die eigenen Emotionen und für die des Gegenübers. Unsere Klienten lernen, ihren Gefühlen einen Sinn zu verleihen, indem sie sie genauer benennen und reflektieren. Dadurch wird auch ihre Fähigkeit zur Selbst-Beruhigung und Gefühls-Regulierung trainiert und das Vermögen, unterschiedliche emotionale Zustände miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen.

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