Maladaptive primäre Gefühle

Bei den maladaptiven primären Emotionen handelt es sich immer noch um elementare, „echte“ Gefühle, sie sind jedoch nicht gesund. Lähmende Furcht oder Angst, Gefühle der Scham oder Demütigung, destruktive Wut und ungelöste Trauer gehören in diese Kategorie. Bei diesen Gefühlen handelt es sich um Emotionen, unter denen die Menschen leiden, und bei denen sie im Nachhinein oft bedauern, sie so stark empfunden oder zum Ausdruck gebracht zu haben. Diese ungesunden Emotionen können durch äußere oder innere Reize ausgelöst werden und beruhen in der Regel auf Lernerfahrungen aus der Vergangenheit. So entsteht bei einem Menschen etwa Trauer, wenn er sich einsam und benachteiligt fühlt, Wut, wenn er sich entwertet oder ungerecht behandelt erlebt oder Scham, wenn er sich unzulänglich, unterlegen oder nicht liebenswert fühlt.

Diese Gefühle können auch lange über die auslösende Situation hinaus andauern, sie können einen Menschen sogar jahrelang wie eine offene Wunde begleiten. Oftmals erleben sich Menschen von diesen quälenden Emotionen auf unerklärliche, aber machtvolle Art überrollt. Diese ungesunden primären Gefühle senden – im Gegensatz zu den adaptiven – keinerlei Hinweise in irgendeine Richtung aus, geben uns also keinerlei Orientierung, sondern sagen eher etwas über uns selber aus, als über unsere Umgebung. Sowohl in der Paartherapie, als auch in der Individualtherapie spielt die Beschäftigung mit dieser Gefühlskategorie eine große Rolle.

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